ToN-qUI-NoiSE — The 1997 EP

ToN-qUI-NoiSE war definitiv ein Lieblingsprojekt in meiner bisherigen Laufbahn als Bassist. Dieses kurze und kurzweilige Projekt kam zum damaligen Zeitpunkt gerade recht. Das Konzept war einfach: Es gab einige Texte, aber noch keine Musik. Und es gab einige angefangene, nie umgesetzte Songideen. Innerhalb weniger Tage machten wir etwas aus den Ideen und nahmen auf einer 8-Spur Bandmaschine 6 Songs auf. Noch ein Interlude (“dRain”) dazu und fertig war die 7-Song-EP. Sie ist, wie ich finde, heute noch mehr als nett anzuhören. Und es soll ein paar Leute geben – so hört man gelegentlich – die diese Aufnahmen von Zeit zu Zeit wieder auflegen. Wohl insbesondere wegen der deutschprachigen Texte. Hier könnt ihr Cover, Songs und Lyrics in Augen- und Ohrenschein nehmen.

ToN-qUI-NoiSE, das waren:

-> Alexander Putz, aka “Püsel”: Kreativer Texter und Dichter, kongenialer weil autodidaktischer Gitarrist, heute darüber hinaus aufstrebender Rechtsanwalt.

-> Christoph Kilthau, aka “Kille”: Sänger, Texter, Gitarrist. Spielt heute bei den grandiosen Tittytainment ( Stefan Häublein, aka “hxblxn”: Fantastischer Drummer, ehemals bei den Local Heros Lao Green und mit mir bei “Projekt Nix”, heute mit einer ganzen Reihe von Projekten und Bands im sonnigen Barcelona aktiv.

-> Markus, aka “ich”: Bassist der aufgelösten “Seahog Linus” und “Space La Rouge”, derzeit kurz vor den Aufnahmen zu einer EP von Feromon.

-> Steffen Rosskopf, der das Ganze aufgenommen und gemixt hat; demnächst veröffentlicht er mit den Spacebolz eine unfassbar gute CD. Der Gitarrist von Feromon.

-> Dirk Christen, der nicht ganz so begeistert darüber war, dass sein Mundharmonikapart zum GroßenVernichtendenKrieg leicht gekürzt wurde. Dirk führt heute ein Leben in Saus und Braus in der Metropole München.

Coverart (clicken für große 300dpi Version):

front

back

Die Songs & Lyrics:

  • Nach dem GroßenVernichtendenKrieg (2,9mb).
  • oh nein, wir brauchen uns nicht zu verstecken. nicht? uns kann keiner! leckt uns doch alle mal. wir haben es nicht nötig uns durch führungsetagen zu bumsen. wir haben drogen und die kraft von tausend sternen. und wer sagt die sonne gehe bald unter, soll selbst verglühen. uns macht keine regierung angst. keine macht macht uns mächtiger als das klare harte bewußtsein zu sein. und das erstmal für die nächste kommende ewigkeit. wir haben aufgehört in kategorien wie katholisch zu denken. überlassen unsere feinde deren kritikern und umgekehrt. lehnen jede systematisierung ganz und gar und auch kategorisch ab. wir brauchen keine zahlen und definitionen. keine anekdoten aus der alten zeit. keine altersvorsorge und keine versicherungen. wir haben es satt aus der vergangenheit zu lernen, denn alle erungenschaften die zählen stammen von uns. hoch in die atmosphäre mit überschallgeschwindigkeit, seht ihr? wir erfanden bleistifte so weich, man kann sich damit den arsch abwischen. die erfahrungen von eintausend kriegen und der zeit danach versammelt auf nur einem chip so groß wie eure verwesten pupillen. wenn wir eure zitternde, weichliche stimme hören, hören wie ihr um euer gewesenes leben röchelt, sehen, wie ihr ins gras beisst und die sinne schwinden. dann tanzen wir um euren scheiterhaufen, vierteilen das gewesene das ihr wart und rädern die geschichte die ihr darstelltet. nehmt uns nicht unseren fun. ihr würdet es bereuen. habt acht! husch husch! auf die bare! abgetreten! … wer wird uns trösten nach dem großenvernichtendenkrieg?

  • Rollin’ (5,1mb)
  • in letzter verzweiflung rettend an ihr gesicht vergrub er sich in dem vollen glauben, totales vertrauen zu dem was sich ereignet hat zu haben. vermischt mit etwas wie blondierte farben. aber ein jahr war schon vergangen. HE’S ROLLIN’.
    schon gut, aber die geschichte geht noch weiter. wege sind unterschiedlich lang in das auf oder unter der sonne. damit verband sich dann der drang etwas neues zu erleben. aber ein jahr war schon vergangen. HE’S ROLLIN’.
    schon gut, die geschichte geht noch weiter. er verbrannte sich das gesicht. ihn mochte niemand mehr zu entlarven und das brach ihm das genick. ein jahr wollte es nun vermeiden sich zu zeigen in der öffentlichkeit. doch ohne sein besonderes bestreben verschluckte ihn die ewigkeit. HE’S ROLLIN’. HE’S STILL ROLLIN’.

  • Nur am nächsten Morgen (5mb)
  • kennt ihr das gefühl wenn ihr morgens aufwacht und ahnt, dass man mindestens zwei akute fälle von scheiße gebaut hat. wenn erstaunlicherweise selbst die fliegen einen bogen um einen fliegen und millionen von oh-gruppen sich einen ablachen in den tiefen seiner seele. die die kämpft zwischen gut und böse, die die bloß nicht versinken will im mittelmaß.
    kennt ihr das gefühl, wenn man selbst nach solchen gedanken sofort weitermachen könnte. besorgst dir den nächsten dämmer und wartest bis etwas passiert. den selbstzerstörungsmechanismus in gang gesetzt, da wird eh wieder alles egal. gar so einfach, ja lustig sogar, aber nur bis zum nächsten morgen.
    dann beginnt sie von neuem, diese form von krieg. als ersatz für den, der uns schon immer versagt blieb. denn nach krieg kommt peace und dann ein schwarzes loch in dessen innern man die vergangenheit auskotzt anstatt sie zu verdauen. und außerdem vollgesogen mit dem konsum der von den vätern des wirtschaftwunders von vornherein für uns bestimmt war.
    nur für uns, die looser-generation.
    es gibt keine wunder mehr für uns, die looser-generation.

  • Göttin II (3,9mb)
  • ich will mit dir in den frischen wäldern spazieren. in der taiga flanieren. polarlichter von allerreinstem blau erblicken. und es versengt uns die iris. blind gestrandet. ich will mit dir in weißen räumen tanzen. holzgetäfelte, finnische, geweiselte wände umtanzen. die welt kaputt tanzen und eine neue zaubern.
    du kannst mich alles fragen. du wirst meine antwort schon vorher kennen. ich werde dich an bäume fesseln und du trinkst den baumsaft. läßt ihn ganz langsam dein körperinneres benetzen. du stehst nur da und sprengst die umgebung.
    blumen verblassen, müssen blätter lassen. uhren bleiben stehen. menschen vergehen. du drehst dich um und sagst: “alles wird gut”.
    ich möchste unterhaltungen führen über das ich-sein in deinem beisein. ich will dir deinen altar bauen wie ihn die welt schon immer vermisst hat seit jesus am kreuz starb. ich möchte in dein auge tauchen und drin ersticken. und ich bekomme eine gewischt, wenn du blinzeln musst. ersaufe, wenn du weinst.

  • dRain (2mb)
  • (instrumental)

  • Nobody (3,5mb)
  • nobody ich sein, das ist doch des rätsels lösung. auf in die realität über die anonymität. nobody ich sein, das ist das sein überhaupt. die perfekte imitation einer lebenphilosophie, kontrolle über lebensspekulationen. ein neuer weg mit einer neuen wissenschaft.
    nobody ich sein, schlagwort der gesellschaft. eine sechshundert gramm pro kubikzentimeter harte boulekugel. keine sau hat eine chance. nobody. nobody.
    die eisernen vertreter der arschlochtheorie sind out. vertrauen ist angesagt.
    WIR SIND NICHT ALLE ARSCHLÖCHER!
    nobody ich sein. und der tag wird kommen an dem till schweiger als staatsoberhaupt unser land in den krieg führt gegen die schmierig überheblichen in aller welt. und der nobody-ich-seins-tag, als krönung eines sehr erfolgreichen jahres. spiel satz sieg für den führer.
    spiel satz sieg für den führer der heute noch als sprössling wohlgepflegt in seinem topfe steht. bis dann.

  • asymptotic freedom (3,8mb)
  • es gilt unerklärte ziele zu erreichen. dabei ballast abzuwerfen, um morgentaufrisch der supergrellen und uns bei weitem überlegenen sonne in die fresse zu schieben was wir bei unserer unternehmung mit schweiß und shit unter den fingernägeln und gut gebräunt und abgehangen ihr zum opfer darbringen können.
    um welten an erfahrungen reicher sparen wir die fallstricke aus, die für uns gelegt wurden um uns zu knechten zu machen. den siebenfachen hals sollen wir uns brechen. in die hosen sollen wir uns scheißen. dabei kennen wir alle tricks. haben uns zu einem hochspannenden, energieintensivem, intelligentem kraftfeld einer streitmacht zusammengeschlossen. nicht dicht, aber ebenso wenig nüchtern im kopf und bauch. gerade so angetörnt wie vor dem crash von zwölf hungrigen männern mit zwölf willigen frauen und mit blutwut im herzen.
    es gilt die mentalumfassende wiederwärtigkeit der großen brüderlichen vereinheitlichung im jahre 1997 bpm, führerikonen und andere kappenträger – vermummung ist immer noch verboten – “I’m so happy boys and i love you all girls” zu absorbieren und auszuscheiden. auszuwerten. um mit dem ganzen organischen schrott den boden zu düngen für die keimende, kommende bewegung.
    es gilt ideen unzureichend belichtet und ebenso unterentwickelt aus ihrer verklammerung zu schälen. mit scharfen zähnen deren haut abzuziehen und sie ins kalte, aber geweihte wasser zu werfen. die bis jetzt ungeküsste muse sei vergewaltigt auf dass ihr abgöttischer schrei himmelhochgeil gellt und uns aus unseren bitter-sweet und glücklichen träumen reisst.
    es gilt ab jetzt!


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    • woweezowee 2. Februar 2007 at 4:28 pm

      Post von der GEMA II…

      Dasselbe Prozedere wie für FEROMON nun auch für woweezowee.de. Schließlich gibt’s hier auch gute Musik zu hören und downloaden.

      ……